Tag 1 (26.11.), Ankunft

Enduro Namibia erwartet Euch am Flughafen. Wir beginnen den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach geht es in Eure Unterkünfte, wo die Motorräder bereits auf Euch warten. Am Nachmittag nutzen wir eine Eingewöhnungsrunde außerhalb der Stadt, um für Maschine, Pisten, Verkehrsregeln und Verkehrsverhalten (der anderen) ein erstes Gefühl zu bekommen. Nach einigen Worten zu den Bikes und zu uns als Gruppe starten wir die Motoren und beginnen den kleinen Ausflug. Am Abend tafeln wir in einem der originellsten Restaurants Windhoeks.

Tag 2 (27.11.), Windhoek - Camp Gecko, ca. 200 km

Der Tag beginnt in Windhoek auf etwa 1700 m Höhe, am Abend schalten wir die Zündung der Motorräder 800 m tiefer aus. Unser Weg hinunter zum  östlichen Rand der Namib-Wüste ist eine gut geschobene (planierte) Schotterpiste durch das landschaftlich schöne Khomas-Hochland. Das Streckenprofil ist leicht bergig und bringt mit jeder neuen Senke oder Auffahrt neuen Spaß. Außerdem belohnt jeder Hügel mit herrlichen Ausblicken. Kurz vor unserem Tagesziel passieren - und genießen - wir Namibias steilste Paßabfahrt und zuvor den Blick in die beginnende Namib-Wüste. Dieser wunderbare Platz an der Abbruchkante des namibischen Hochlandes zur viel tiefer gelegenen Namib ruft förmlich nach einer Pause. Dazu lassen wir uns nicht lange bitten. Unten in der Ebene betreiben Heidi und René das Camp Gecko, das wegen seiner Ruhe und Naturnähe nicht nur von Naturliebhabern hoch geschätzt wird. Genau dort hat das Voraus-Team von Enduro Namibia inzwischen alles für unseren Empfang vorbereitet. Am Abend wird unser Staunen über diesen kaum zu beschreibenden Sternenhimmel von den Rufen der Geckos begleitet.

Tag 3 (28.11.), Camp Gecko - Swakopmund, ca. 280 km

Auf  breiter Schotterpiste geht es heute durch den Namib-Naukluft-Nationalpark ins Küstenstädtchen Swakopmund. Diese Etappe ist etwas länger, dafür einfach zu fahren. Zu Beginn der Etappe fahren wir nach Solitaire, um zu tanken und den besten Apfelkuchen in weitem Umkreis zu probieren. Noch befinden wir uns 900 m hoch. Unmerklich, aber stetig fällt die Strecke in Richtung Küste.  Während wir den Nationalpark von Ost nach West durchqueren,  sind oft Strauße und Antilopen, manchmal Giraffen zu sehen. Etwas Glück gehört dazu. Immerhin ist der Namib-Naukluft-Nationalpark flächenmäßig der größte Afrikas und mehr als 8000 Quadratkilometer größer als die Schweiz. Klar daß bei solchen Dimensionen die Tiere des Parks nicht immer dichtgedrängt an den Pistenrändern stehen. Einige Kilometer vor Namibias einzigem Tiefwasserhafen in Walvis Bay erreichen wir den Dünengürtel, der sich an der Küste zwischen Walvis Bay und Swakopmund entlangzieht.  Wer Lust auf Dünensand unter den Rädern hat, kann hier einen Abstecher  in die Dünen unternehmen. Dies ist im Wüstenland Namibia die einzige Möglichkeit, legal mit einem Bike in Dünen zu fahren. Unser Tagesziel, der Zeltplatz Sophia Dale, liegt ein wenig vor den Toren von Swakopmund. Etwa zehn Minuten Fahrzeit sollen uns nicht hindern, abends noch auf Entdeckungstour in die Stadt zu gehen.

Tag 4 (29.11.), Swakopmund - Rhino Camp (Brandberg, Westseite), ca. 260 km

Eine aus Salz und Sand gebaute Straße führt uns von Swakopmund direkt an der Küstenlinie nach Norden bis Cape Cross, das wegen seiner überaus großen Robbenpopulation weltberühmt ist. 70 km hinter Swakopmund machen wir Tank- und Kaffee-Rast in Henties Bay, einem Ferienort mit nur 300 Einwohnern am leider immer kalten Atlantik. Seine Gäste kommen auch nicht, um zu baden, sondern um zu angeln. Unter Anglern ist dieser kleine Ort über die Grenzen Namibias hinaus bekannt. Wenn wir Cape Cross linkerhand sehen können, biegen wir nach rechts ein in Richtung Messum-Krater. Damit begeben wir uns das erste Mal in echtes Offroad-Gelände. Wir verlassen nun die geschobenen Pisten, fahren aber – bitte! - weiterhin auf den seit langer Zeit bestehenden und deutlich erkennbaren Tracks. Wir sehen es auch als unseren Beitrag zum Erhalt der faszinierenden Landschaft an, keine neuen Tracks anzulegen. Dies gilt nicht nur heute, sondern für unsere gesamte Tour. Bevor wir wieder geschobene Pisten erreichen, sind ein paar Abschnitte mit Flußkies unter den Stollen zu meistern. Für geübte Enduristen ist dies ein großer Spaß, für weniger Geübte ein kleine Herausforderung, die wir mit Ruhe und Konzentration meistern werden.
Unsere „Mobile Lodge“ sollte zu der Zeit schon das Ziel am Ufer des Ugab-Trockenflusses erreicht haben. Unsere Zelte stehen heute an einer Stelle, wo vor langer Zeit der Ugab sich tief ins Gestein geschnitten und seinen Weg durchs Felsgestein gebahnt hat. Weil Elefanten keine Bergsteiger sind, ziehen sie auf der Suche nach Wasser im sandigen Flußbett entlang – nicht selten auch durchs Camp. Auch wenn wir keine Elefanten zu Gesicht bekommen - ihre Spuren sehen wir auf jeden Fall.

Tag 5 (30.11.), Rhino Camp - Camp Xaragu, ca. 130 km

Heute sind 100 km wahres Offroad durch atemberaubende Landschaft zu bewältigen. Diese Etappe zählt zu den landschaftlichen und fahrerischen Highlights der Tour. Wir nähern uns dem Etendeka-Plateau, einer riesigen durch Vulkanismus entstandenen Ebene. Tafelberge zeugen von der einstigen Höhe dieses Plateaus. Wir fahren in den Erosionssenken, die durch Verwitterung in Millionen Jahren entstanden sind. Die Strecke ist rau, steinige Abschnitte, durchmischt mit Sand, sind der Anspruch an jede/jeden. Dieser Streckenabschnitt ist der fahrtechnisch anspruchsvollste, aber für alle machbar, die vor der Tour schon einmal auf einer Enduro gesessen haben. Neben dem Vergnügen anspruchsvollen Enduro-Fahrens bereitet uns die rauhe, weite Landschaft mit ihren zum Greifen nahen Felsformationen und fernen Tafelbergen immer wieder Hochgenuß. Wir lassen uns Zeit, pausieren oft, achten auf die FahrerInnen vor und hinter uns und sollten dann - bei aller Fahrkunst - auch noch einen Blick für die Tiere der Region haben. Kurz vor dem Verbrannten Berg, einer geologischen Sehenswürdigkeit dieser Region, treffen wir wieder auf völlig ebene Pisten. Damit liegt der schweißtreibende Teil unserer Tagesetappe hinter uns. Von hier rollen wir noch etwa 30 Kilometer bis zu unserem versteckt gelegenen Camp Xaragu. Nur wenige Kilometer nach dem Verbrannten Berg lockt Twyfelfontein mit seinen Felsgravuren, die seit vier Jahren von den UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt werden. Wie an den Abenden zuvor hat Enduro Namibias Voraus-Team im Camp Xaragu alles aufs beste gerichtet. Nach einer erfrischenden Dusche, beginnt am buchstäblich gedeckten Tisch der gemütliche Teil des Tages – unser „Mobile Lodging“.

Tag 6 (1.12.), Xaragu - Khowarib-Schlucht, ca. 170 km

Die vergangenen beiden Tage bereiteten uns Offroad-Spaß besonderer Güte. Weil dies nicht ohne Anstrengung zu haben war, wird die heutige Etappe weit weniger anstrengend sein. Eine Etappe zur konditionellen Erholung sozusagen. Breite, geschobene Schotterpiste ist unser Untergrund bis zum Eingang in die Khowarib-Schlucht. Wahrscheinlich sehen wir Antilopen vielleicht auch Giraffen in ihrem natürlichen Habitat. Mit Glück auch wandernde Elefanten. Die Palmwag-Lodge auf etwa halber Strecke ist ein guter Platz für eine Pause. Tagesziel ist ein von der örtlichen Gemeinde betriebener Zeltplatz am Steilufer des Hoanib-Trockenflusses. Er kann getrost zu den Top 10 der namibischen Zeltplätze gezählt werden. Wir tun es jedenfalls. Wer am Vortag Feuer gefangen hat für schwereres Gelände und heute noch nicht zu müde ist, der kann noch einen Enduro-Ausflug in die Khowarib-Schlucht unternehmen. Genügend Zeit bis zum Sonnenuntergang sei vorausgesetzt.

Tag 7 (2.12.), Khowarib-Schlucht - Opuwo, 160 km

Mit einem Abstecher nach Sesfontein geht es nordwärts nach Opuwo, der "Hauptstadt des Ovambolandes". In Sesfontein lädt ein altes Fort, 1896 von der deutschen Schutztruppe errichtet, zu einer Pause ein. Eine kurvenreiche Strecke und Berge mit ungewohnt dichter Vegetation lassen diese Tagesetappe niemals langweilig werden. Der Campingplatz des Opuwo Country Hotels - hoch über der Stadt und mit grandiosem Blick in die umliegenden Täler - ist unser Ziel. Wir können als Campinggäste alle Lodge-Angebote wie z. B. Restaurant und Swimmingpool nutzen. Und der Swimmingpool, gebaut an einer Felskante, bietet einen spektakulären Ausblick. Außerdem haben wir Rasen unter den Zeltböden – ein ganz seltener Luxus. Der richtige Ort, einen Tag Pause zu machen.

Tag 8 (3.12.), Opuwo und Umgebung, 0 km

Seit gestern fahren wir durch das Siedlungsgebiet der Himba. Sie leben in der großen Mehrzahl in genau der Art ihrer Vorfahren. Ihre sehr stark traditionell orientierte Lebensweise ist für viele nicht einmal annähernd vorstellbar. Einblicke in die Lebensart dieses Volkes sind hochinteressant und immer aufs neue spannend. Wir haben heute Gelegenheit, ein Himba-Dorf zu besuchen. Und natürlich Opuwo, die zweifellos "afrikanischste" Stadt, die wir bisher gesehen haben. Wem die afrikanische Lebensart in Opuwo zu aufregend ist, der wird sicher Kurzweil in den Angeboten der Lodge finden.

Tag 9 (4.12.), Opuwo - Hobatere, ca. 250 km

Wir verlassen Opuwo in Richtung Osten, nach 25 Kilometern halten wir uns rechts und folgen nun südwärts einer breiten roten Sandpiste, die in ihrem letzten Drittel pures Offroad-Fahren zu bieten hat, um schlußendlich die letzten 20 Kilometer dann wieder als Teerstraße daherzukommen. Wer die Weichsandfelder Nordafrikas kennt, hat heute an manchen (allerdings sehr, sehr viel kleineren) Geländeabschnitten Gelegenheit, in Erinnerungen zu schwelgen. Bei starken Niederschlägen weichen wir auf Alternativrouten aus. Die Hobatere-Lodge mit ihrem tollen Camp am Fuß großer Granitformationen lockt wieder als ein traumhaftes  Tagesziel. Der Sundowner auf einem Granitfelsen mit Weitsicht bis in die Etosha wird sicher unvergessen bleiben. Gut möglich, daß in der Ferne Löwen zu hören sind.

Tag 10 (5.12.), Hobatere - Etosha Safari Camp, ca. 220 km

Nach sehr viel Offroad-Strecken in den vergangenen Tagen und wieder einer Nacht, wie sie „afrikanischer“ kaum sein kann, mögen uns die 60 Kilometer Asphalt bis ins Städtchen Kamanjab fremd vorkommen. Es gibt aber keine Pisten-Alternative. Die Strecke ist angenehm zu fahren und zu mancher Überraschung gut - wenn man eine Giraffe auf dem Mittelstreifen dazu zählen möchte. In Kamanjab tanken wir. Acht Kilometer hinter Kamanjab ist wieder Schotter der Straßenbelag unserer Wahl. Wir fahren immer nah am Südrand des Etosha-Nationalparks bis zum Etosha Safari Camp. Hier erwartet uns unsere „Mobile Lodge“ und eine sehr gute Infrastruktur des Camps.

Tag 11 (6.12.), Etosha Safari Camp - Outjo, 100 km

Für alle Tierliebhaber ist eine Halbtagssafari in den Etosha-Nationalpark sicher das Highlight für heute. Wer schon genug Tiere gesehen hat oder das frühe Aufstehen scheut, kann die Annehmlichkeiten der Lodge für sich in Anspruch nehmen. Gegen 12 Uhr ist eine Halbtagssafari gewöhnlich zu Ende. Das gibt uns Zeit, am Nachmittag noch etwa 100 Kilometer bis in den Ort Outjo zu fahren, wo inzwischen unser Komfort-Lager aufgebaut wurde. Die Strecke nach Outjo ist asphaltiert, so daß sie trotz des frühen Aufstehens der Safari-Teilnehmer auch für diese nicht übermäßig anstrengend sein wird.

Tag 12 (7.12.), Outjo - White Lady Lodge (Brandberg, Ostseite), ca. 235 km

Von Outjo aus folgen wir wunderschönen Nebenstrecken - oft direkt am Flußlauf des Ugab und umgeben von imposanten Tafelbergen – bis nach Khorixas, einem kleinen Ort, der zur Pause einlädt. Weiter wollen wir zum Brandberg-Massiv, das wir von seiner Westseite schon kennen. Schon lange vor unserer Ankunft sehen wir dieses Granit-Massiv, daß aus seiner ebenen Umgebung mehr als 2000 m herausragt. Unsere Zelte stehen an einem Zufluß zum Ugab. Auch hier ist es nicht unwahrscheinlich, daß Elefanten auf der Suche nach Wasser auch durch unser Lager ziehen. Aber auch ohne Elefanten ist dieser Platz am Fuße des Brandbergs ein toller und unvergeßlicher Ort für den Abend und die Nacht.

Tag 13 (8.12.), Brandberg - Erongo-Gebirge, ca. 190 km

Ein ebenfalls wunderschön gelegener Zeltplatz an der Nordflanke des Erongo-Gebirges ist heute unser Tagesziel. Dieser Platz imponiert mit seiner Ruhe und der weiten, ungestörten Sicht. Israel, die gute Seele des Camps, hat unsere Plätze reserviert und vorbereitet. Wenn wir eintreffen, heizt er die Öfen an, wenige Minuten später kann heiß geduscht werden.

Tag 14 (9.12.), Erongo - Windhoek, ca. 264 km

Noch einmal erwarten uns beeindruckende Landschaft und herrliche Pisten durch das Khomas-Hochland. Sie machen den letzten Fahrtag zu einem würdigen Abschluß unserer Tour. Am Abend sehen wir uns in einem guten Windhoeker Restaurant. Der ein oder andere mag vielleicht zu dieser Zeit schon wehmütig und sehnsüchtig an die vergangenen Nächte in Afrikas „Outback“ zurückdenken.

Tag 15 (10.12.), Abreise

Nach fast zwei Wochen in Namibias Natur habt Ihr heute Gelegenheit, Windhoek zu entdecken und vielleicht ein Souvenir zu kaufen. Am Abend organisieren wir den Transfer zum Airport.